Endlich unterwegs 🤓👍

Ziemlich pünktlich um 7 Uhr sind wir in Köln losgefahren. Unser Ziel ist zunächst unser Ferienhaus, das ca. 15 Km von Rambouillet entfernt liegt.
Später um 16:00 Uhr gibt es dann noch das Treffen der deutschen Randonneure in Rambouillet 🙋🏻‍♂️


Trikot-Parade

Vor kurzem fragte ein Freund, ob ich noch alle meine Ländertrikots von den bisherigen PBP-Teilnahmen habe. Na klar, hab ich 🤓. Von links oben (1999) bis rechts unten (2023). Besonders heiß war das Trikot von 2003 – passend zum damaligen Wetter🥵!


Der Countdown läuft – noch eine Woche bis zum Start

Alles wichtige in Kürze

Am Montag, den 21.8.2023 erfolgt für mich und meine drei Mitstreiter um 5h15 der Start zu meinem siebten PBP-Abenteuer. Wir müssen ca. 1200 km von Rambouillet bei Paris bis Brest und zurück in max. 84 Stunden bewältigen. Im Gegensatz zu vielen, die ein Begleitfahrzeug haben, steht für uns fest, dass wir es im Self-supported-Modus schaffen wollen, d.h. wir verpflegen uns selber. Unterwegs gibt es allerdings Kontrollen, die wir anlaufen müssen; hier kann man sich verpflegen und findet – mit Glück – auch einen Schlafplatz.

Mit uns sind 6.810 weitere Fahrerinnen und Fahrer unterwegs, die aus der ganzen Welt stammen. Wer möchte, kann hier etwas Statistik sehen.

Hier kann man meine Fahrt verfolgen: meine Startnummer lautet X029. Es ist vermutlich kein Live-Tracking, aber nach jeder Kontrolle kann man sehen, wenn ich diese erreicht habe (Seite wird erst am 20.8.2023 freigeschaltet). Auch in diesem Blog werde ich vor, während und nach der Tour berichten.


Die PBP-Maschine (Teil 2)

Die wahre Stärke dieser Maschine sieht man nicht direkt: ein Randonneur-Maschine soll einen guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Komfort bieten. Zudem darf es ein bisschen robuster sein, denn für uns geht es oft durch dick und dünn.

Zu dem Komfort trägt sicher das Rahmenmaterial bei; die Rahmengeometrie ist auf meine Maße abgestimmt. Trotz der extrem kleinen Rahmengröße schaut die Sattelstütze ordentlich heraus, was bei einem Abstand Tretlager – Satteloberkante von nur 62 cm keine Selbstverständlichkeit ist. Das verschafft ebenso wie der Sattel und die 28 mm breiten, mit einem sinnvollen Luftdruck gefahrenen Reifen den Komfort einer Sänfte – trotz des kleinen Rahmens.

Auch interessant: die Kurbel sind nur 155 mm lang. Zum Vergleich: im Jahr 1999 führ ich mit 172.5 mm-Kurbeln; bei jeder Kurbelumdrehung muss mein Knie an den Unterkiefer angeschlagen sein – wie habe ich das geschafft? Die Übersetzung ist eine deutliche Untersetzung, d.h. an steilen Anstiegen kann ich weiterhin flüssig treten. Auch hier der Vergleich: in 1999 fuhr ich 52/39 vorne und 12-25 hinten – meine Bergauffahrten müssen jenen geglichen haben, die man in alten Filmaufnahmen über Alpenetappen noch sehen kann: ein schweres Hochwuchten 🙁

Noch viel könnte man hier fachsimpeln. Vielleicht gibt es irgendwann mal Teil 3. Das Rad stammt von Horst und Pit aus Stegen im Schwarzwald. Die beiden sind die besten Radhändler & Freunde, die man sich vorstellen kann: akribisch, hilfsbereit, erfahren, kritisch, kreativ, bodenständig und noch viel mehr … – Eigenschaften, die man heute nur noch viel zu selten antrifft. „Radhändler“ wird den beiden eigentlich nicht gerecht!


Die PBP-Maschine (Teil 1)

Heute Testfahrt mit der PBP-Maschine – so werde ich an den Start gehen. Es sei denn, es regnet dauerhaft, dann kommen noch Schutzbleche hinzu.

Wenn man klein ist, ist auch das Rahmendreieck klein und der „Stauraum“ ist beschränkt. Aber so kann ich nun bis zu 2 x 950 ml = 1.9 l Getränk transportieren. In der Dose oberhalb des Tretlagers (etwas verdeckt durch Kettenräder und Kurbel) befinden sich Werkzeug und Ersatzteile.

In der Tasche unter dem Sattel verstaue ich Kleidung, Hygieneartikel und etwas Proviant. In der Tasche auf dem Oberrohr ist die Technik untergebracht; zudem enthält sie etwas Proviant mit Zugriff während der Fahrt. Die Tasche am Oberrohr ist noch nicht optimal, denn das linke Knie berührt die Tasche gelegentlich; das muss ich noch lösen, sonst gibt’s auf die Länge der Strecke eine ordentliche Hautabschürfung.

Am Oberrohr hängt ein Akku, der die Beleuchtung und das Handy aufladen kann. So kann ich locker durch zwei Nächte kommen. Die Fahren in der Dunkelheit versuche ich weitestgehend zu umgehen; zur Schlafstrategie schreibe ich noch etwas.


Deutsche Meisterschaft vor der Haustür

Ich muss heute nur ca. 5 Meter aus der Haustüre heraustreten und stehe auf der Rennstrecke der deutschen Meisterschaft Kriterium für Amateure und für Elite Amateure! Bei einem Kriterium werden auf einem Rundstreckenkurs (in diesem Fall 1,2 km-Runde) regelmäßig Wertungen an der Ziellinie ausgefahren; für diese erhalten die Bestplatzierten Punkte. Gewinner ist final, wer die meisten Punkte gesammelt hat.

Der Radverein RV Blitz Spich, in dem ich schon ca. 25 Jahre Mitglied bin, richtet an seinem Rennwochenende die beiden deutschen Meisterschaften aus. Dass der Verein diese Aufgabe übertragen bekommen hat, ist eine Belohnung für die tolle Vereinsarbeit der letzten Jahre!

Bei den Elite Amateure hat das Team des RSC Kempten nach toller Teamleistung (Fahrer und Betreuer) gewonnen, siehe Foto. Dario Rapps ist der neue deutsche Meister – herzlichen Glückwunsch!

Die Kriteriumsfahrer fahren nur 72 km, dafür aber ganz schön schnell: der Gewinner fuhr im Durchschnitt 45,5 km/h schnell!


PBP ist nicht flach!

Die Bretagne ist nicht unbedingt als Gebirge bekannt. Dennoch summieren sich auf der Strecke von Paris nach Brest und zurück ca. 12.000 Höhenmeter. D.h. auf 100 km gibt es im Durchschnitt ca. 1.000 Höhenmeter. Im Detail verteilen sich die Höhenmeter wie in der Tabelle unten angegeben. Das entspannteste Teilstück führt auf dem Hinweg von Fougères nach Tinténiac. Das klettertechnische schwierigste Teilstück führt auf dem Rückweg von Brest nach Carhaix-Plouguer; hier ist der Roc’h Trévezel mit 384 m zu überwinden.  

Für jemanden, der das Bergische Land als Trainingsgebiet hat, sind das keine unüberwindbaren Hürden. Dennoch dürfen die kumulierten Höhenmeter auf die Länge der Strecke nicht unterschätzt werden. Das Training der letzten Wochen konzentrierte sich daher auch auf kraftorientiertes Fahren – in der Hoffnung, die Hügel in Roller-Manier bewältigen zu können 😉

ContrôleDistance ÉtapeDistance CumuléeDénivelé Positif ÉtapeDénivelé Positif CumuléDénivelé Moyen Étape
Mortagne-au-Perche120 km120 km1152 m1152 m0,96 %
Villaines-la-Juhel83 km202 km662 m1814 m0,80 %
Fougères89 km292 km759 m2573 m0,85 %
Tinténiac61 km353 km446 m3019 m0,73 %
Loudéac82 km435 km863 m3882 m1,05 %
Carhaix80 km514 km860 m4742 m1,08 %
Brest89 km604 km915 m5657 m1,02 %
Carhaix93 km696 km1310 m6967 m1,41 %
Loudéac85 km782 km1026 m7993 m1,21 %
Tinténiac85 km867 km748 m8741 m0,88 %
Fougères61 km927 km487 m9228 m0,81 %
Villaines-la-Juhel90 km1017 km955 m10183 m1,07 %
Mortagne-au-Perche81 km1098 km716 m10899 m0,88 %
Dreux78 km1176 km640 m11539 m0,82 %
Rambouillet42 km1218 km353 m11892 m0,84 %
Höhenmeter auf den Teiletappen von PBP 2023

Das Trikot ist da!

Das Trikot ist da!

Wir sind ja nur Hobbysportler. In dem PBP-Trikot fühlt man sich aber wie der Fahrer einer Nationalmannschaft.

Großartiges Design! Hier kann man etwas über die Entstehungsgeschichte und die Beteiligten nachlesen.

Alle Nationen bei PBP haben Ländertrikots. Mehrere Dutzend Nationen gehen an den Start. Da kommt schon eine sehr große Vielfalt zustande. Die Trikots sind beliebte Tauschobjekte. Ich tauschte auch schon mit einem Australier und einem Katalanen.

Ganz herzlichen Dank an Tom Stahlhut & Team für das Design und Heidi und Karl Weimann für die unglaubliche Arbeit im Zusammenhang mit der Herstellung und dem Versand der Trikots!

P.S.: mein Trikot wurde von Karin und Franz gesponsert – vielen herzlichen Dank!